Donnerstag, 4. August 2016

Lindberg ermittelt wieder in "Redux - Das Erwachen der Kinder" von Thomas Kowa

Dass ich nach "Das letzte Sakrament" und "Remexan - Der Mann ohne Schlaf" ein Fan von Thomas Kowa geworden bin, wisst ihr ja schon. Auch, dass ich in seinem letzten Thiller Kommissar Lindberg und sein Ermittler-Team richtig gut fand.
Deswegen habe ich sehnsüchtig dem Erscheinungstermin von seinem neuen Buch "Redux - Das Erwachen der Kinder" erwartet. Denn es ist nicht nur ein neuer Kowa-Thriller, sondern auch der zweite Fall für Lindberg.

Das Buch ist Ende Juli bei dp Digital Publisher erschienen und kostet 6,99 €. Bestellen könnt ihr das ebook direkt hier.
Für mobi-Leser: Natürlich findet ihr das Buch auch bei amazon.


Worum geht's?


"Ein Mörder, der seine Opfer bestattet.Eine Sekte, die das Jüngste Gericht heraufbeschwört.Eine Frau in Gefahr, der niemand glaubt …
Ein jahrhundertealter Taufritus, mit dem angeblich Tote wiedererweckt werden können, lebt wieder auf. Mehrere Frauen werden ermordet, nach dem Ritus getauft und anschließend bestattet. Der Täter droht mit dem Jüngsten Gericht und versetzt seine Bekennerbriefe mit Anthrax. Eine Studentin kann ihm entkommen, doch die ermittelnden Polizisten beschuldigen sie, alles nur inszeniert zu haben.
Sie wendet sich an Kommissar Erik Lindberg, der vom profilierungssüchtigen Bundesanwalt unter Druck gesetzt wird, den Fall innerhalb von zwei Tagen zu lösen, sonst wird er ihm entzogen. Der Kommissar setzt alles auf eine Karte …" (Quelle: dp)

Lindberg ist wieder gefragt...


Oh, wie habe ich mich auf ein Wiedersehen mit Kommissar Lindberg gefreut! Vor allem, weil "Remexan" mit einem wirklich gemeinen Cliffhanger was sein Privatleben betrifft geendet hat. Deswegen empfehle ich allen, auch den Vorgänger zu lesen. Natürlich handelt es sich auch bei "Redux" um einen abgeschlossenen Fall, der für sich alleine steht, aber wer gerne auch das Privatleben der Ermittler verfolgt bzw. diese einfach besser kennenlernen will, der sollte den Vorgänger gelesen haben. Denn es werden einige Anspielungen auf diesen Teil gemacht und als Leser finde ich es dann immer schön, wenn ich mich an das bereits gelesene Buch erinnern kann.

Der Einstieg in das Buch fiel mir total leicht - auch wenn es im ersten Moment etwas unerwartet war. Denn das Buch ist in drei Teile aufgeteilt und jeder Teil beginnt mit einer Szene aus dem Mittelalter. So wirklich verstehen, was das soll, tut man erst am Ende - aber genau das fand ich gut. Denn es klärt so auch über die Hintergründe des gegenwärtigen Falls auf.

Wie schon im "Letzten Sakrament" geht es nämlich auch in diesem Fall um den christlichen Glauben. Für mich immer ein sehr spannendes Thema. Lindberg und seine Kollegin Mia Adam müssen nämlich einen Serienmörder finden, der seine Opfer scheinbar willkürlich aussucht, aber dann mit allem drum und dran bestattet. Dabei werden sie nicht nur mit dem "klassischen" christlichen Glauben, sondern auch mit einer Sekte konfrontiert.

Das Buch gliedert sich wieder in die kurzen Kapitel, die ich bei den Vorgängern schon so gemocht habe. Dadurch ist die Geschichte sehr dynamisch und schnell zu lesen. Außerdem werden immer wieder die Perspektiven gewechselt, mal verfolgt man die Ermittlungen mit, mal erlebt man das Vorgehen des Mörders. Das hat das Buch wirklich spannend gemacht. Ein kleiner Wermutstropfen: Auch wenn ich nicht alle Zusammenhänge wusste, hatte ich doch schon sehr früh eine Ahnung, wer der Täter ist. Und die hat sich dann auch bestätigt. Trotzdem blieb die Spannung hoch, da ich mir bis zum Ende keinen richtigen Reim auf die Hintergründe machen konnte. Überhaupt ist das Ende sehr rasant, ich würde sogar sagen filmreif. Denn mehr Action kann man nicht erwarten.

In diesem Buch ist für mich Erik Lindberg ein bisschen in den Hintergrund getreten, auch wenn er der "Hauptermittler" ist und natürlich auch sein Privatleben wieder geschildert wurde. Fast präsenter war für mich allerdings Mia Adam, was mir sehr gut gefallen hat, denn sie ist einfach sympathisch und hat es verdient, in den Mittelpunkt gerückt zu werden - vor allem weil sie mit ganzem Körpereinsatz und verrückten Ideen mit am Start war. Auch Katharina Zach - die ja eigentlich im Ruhestand ist - war wieder ein bisschen mit involviert. Schön, dass diese Figur trotz Rente noch auftaucht.

Ich kann es selbst kaum glauben, aber ich habe diesmal auch ein bisschen Kritik - wenn man es so nennen kann. Denn das Buch hat mich gefesselt, ich habe es verschlungen, es war gut geschrieben und es blieben keine Fragen offen. Allerdings fand ich an den Vorgängern immer so toll, dass sie einen gewissen "Thrill" hatten: Es ging um Gegebenheiten, die fast schon SciFi-Charakter hatten (eine Pille, mit der Mann nicht schlafen muss und ein geklonter Jesus). Und trotzdem hat es Kowa jedes Mal geschafft, diese Dinge auf eine reale Ebene zu bringen und zu Tatsachen zu machen, so, dass alles am Ende logisch war. Bei "Redux" ist alles fast ein bisschen zu "normal". Wie gesagt, ein sehr guter Thriller, aber eben ohne diesen Zusatzfaktor. Außerdem kam ich dieses Mal mit dem Titel nicht ganz klar. Man sieht zwar die Verbindung zum Vorgänger "Remexen", aber für mich wurde die Verbindung zum Inhalt des Buches selbst nicht deutlich genug. Das fand ich ein bisschen schade.

Insgesamt ist das Buch wirklich ein solider Thriller, der Spannung aufbaut und keine offenen Fragen lässt. Das Ermittlerteam besteht aus gut gezeichneten Figuren mit Ecken und Kanten. Da mit aber ein bisschen das gewisse Etwas gefehlt hat, gibt es dieses Mal von mir aber "nur" 4 Sterne. Ich freue mich aber schon auf Lindbergs nächsten Fall - auch wenn wir uns da alle noch ein wenig gedulden müssen.

Übrigens: Hier könnt ihr das Ermittler-Team aus Remexan und Redux kennenlernen. Der Verlag hat nämlich coole Steckbriefe erstellt. Uns sieht Lindberg nicht zum Anbeißen aus :D

Na, wer von euch ist auch Kowa-infiziert? Ich freue mich auf eure Kommentare!
Eure

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