Samstag, 15. April 2017

Tragik ohne Ende in "Ugly Love" von Colleen Hoover

Sicher werde ich mit dieser Rezension einigen auf die Füße treten - denn nicht nur die Autorin, sondern auch ihre Bücher sind äußert beliebt. Auch ich bin ein großer Fan von Colleen Hoover, trotzdem hat mich ihr Buch "Ugly Love" - vielleicht einigen eher unter dem deutschen Titel "Zurück ins Leben geliebt" bekannt - gar nicht gefallen.

Die englische Version des Buches erschien bereits 2014, in der deutschen Büchersetzung ist es seit Juli 2016 erhältlich. Erschienen ist es "Zurück ins Leben geliebt" bei dtv.

Worum geht's?


"Als Tate zum Studium nach San Francisco zieht, stolpert sie dort gleich am ersten Abend über Miles Archer: Miles, der Freund ihres Bruders, der niemals lächelt, meistens schweigt und offensichtlich eine schwere Bürde mit sich herumträgt. Miles, der so attraktiv ist, dass Tate bei seinem Anblick Herzflattern und weiche Knie bekommt. Miles, der, wie er selbst zugibt, seit sechs Jahren keine Frau mehr geküsst hat. Miles, von dem Tate sich besser fernhalten sollte, wenn ihr ihr Gefühlsleben lieb ist …" (Quelle: dtv)


Mehr Dramatik ist kaum möglich...


Ich muss gestehen, dass ich dieses Buch fast nicht beendet hätte. Ich musste mich zum Schluss richtig durchkämpfen. Ich weiß, viele lieben Colleen Hoover und ihre Bücher - ich auch! "Weil ich Layken liebe" habe ich praktisch eingeatmet. Aber mit "Ugly love" bzw. "Zurück ins Leben geliebt" konnte mich die Autorin gar nicht überzeugen.

Warum muss immer alles so dramatisch sein? Warum müssen die Protagonisten immer ein Knacks haben? Ich verstehe es nicht. Man hätte eine so tolle Liebesgeschichte aus der Story machen können - stattdessen gibt es meiner Meinung nach von allem ein bisschen zu viel. Zu viel Drama, zu viel Tragik, zu viel Liebesgesäusel...

Erzählt wird die Geschichte abwechseln aus Sicht der Protagonisten Miles und Tate, wobei Tate in der Gegenwart erzählt und das Kennenlernen der Beiden beschreibt. Miles Abschnitte dagegen spielen sechs Jahre vorher und decken seine Hintergründe auf. Allerdings dauert es wirklich sehr lange, bis der Leser endlich mal erfährt, wo eigentlich sein Problem liegt. Meiner Meinung nach hätte man sich viel davon einfach sparen können. Miles' Anteile sind außerdem vom Layout in einer Art Gedichtform geschrieben. Warum??? Total überflüssig, weil es weder in Reimform, noch in sonst irgendeiner Art an Lyrik erinnert - mit Ausnahme einiger Passagen ganz am Ende des Buches.

Tate ist eine ganz unangenehme Hauptfigur. Sie ist eine Miss Perfect, die studiert und gleichzeitig arbeitet und auch noch dem Door Man Sandwiches bringt. Und natürlich muss sie sich in Miles verlieben, auch wenn dieser sagt, sie dürfe das nicht tun. Aber sie hofft ja, dass er sie auch irgendwann liebt... Ähm, ja... Was mich richtig gestört hat, ist, dass sie dann auch immer noch abstreitet, dass sie in ihn verliebt ist. Machen wir uns so nicht erst recht Probleme? Warum kann man nicht einfach ehrlich zueinander sein - auch wenn es schwer fällt? Dieses "dem anderen was vorspielen" - muss das sein? Für mich nicht nachvollziehbar...
Na ja und zu Miles, dem coolen Piloten, der sich selbst bestraft und in Selbstmitleid vergeht, sag ich jetzt mal nichts. Am besten hat mir immer noch Tates Bruder gefallen, der aber leider nur eine Randrolle eingenommen hat.

Hätte das Buch 50 Seiten eher geendet, hätte es mich noch überzeugen können. Aber so wird noch schnell ein Happy End zusammenkonstruiert, dass nicht echt wirkt und deswegen einfach nur entsetzlich kitschig ist. Für mich dürfen Bücher auch mal traurig enden - das Leben ist ja nicht anders.

Schade, schade... Inhaltlich war das Buch für mich ein totaler Flop. Gut gefallen hat mir allerdings der schöne Schreibstil von Colleen Hoover, der dazu einlädt, über die Seiten zu fliegen. Deswegen gibt es von mir noch 1,5 Sterne - aber keine Leseempfehlung!

Welche Bücher von Colleen Hoover habt ihr bereits gelesen und wer ist euer Favorit? Stimmt ihr mir in meiner Meinung zu "Ugly Love" zu oder eher nicht?
Eure

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