Samstag, 1. April 2017

Gerächte Untreue in "Die Gerechte" von Peter Swanson

Bücher müssen bei mir eigentlich immer zu meiner Stimmung passen - und es war mal wieder Zeit für einen Thriller. Da fiel mir "Die Gerechte" von Peter Swanson in die Hände. Es ist schon eine ganze Weile her, dass ich vom selben Autor "Die Unbekannte" gelesen haben, aber ich habe das Buch in guter Erinnerung behalten, da es sich nicht um einen klassischen Thriller gehandelt hat und mir vor allem die Nüchternheit und das Subtile sehr gefallen haben. Das erwartete ich dann auch von seinem neuen Buch.

"Die Gerechte" ist im Januar bei Blanvalet erschienen. Ihr bekommt es als Paperback, ebook oder Hörbuch. Hier findet ihr eine Leseprobe.


Worum geht's?


"Nur sie entscheidet, wer den Tod verdient.
Eine Flughafenbar in London. Es ist Abend, und Ted Severson wartet auf seinen Rückflug nach Boston, als eine attraktive Frau sich neben ihn setzt. Kurz darauf vertraut er der geheimnisvollen Fremden an, dass seine Frau ihn betrogen hat. Mit ihrer Reaktion jedoch hat er nicht gerechnet: Sie bietet ihm Hilfe an – beim Mord an seiner Ehefrau. Ein Trick? Ein morbider Scherz? Oder ein finsteres Rachespiel, das nur ein böses Ende nehmen kann?" (Quelle: Blanvalet)


Würdest du deine Frau töten oder töten lassen?


Die Ausgangssituation fand ich schon mal super, weil sie so ungewöhnlich war. Und genauso geht das Buch auch weiter. An sich ist es ja nicht sooo besonders, dass ein Ehemann betrogen wird. Aber wie dann alles verläuft, ist wirklich unfassbar genial - solange es eine fiktive Thriller-Handlung bleibt. 

Sehr gut gefallen hat mir, dass alles in der Ich-Form geschrieben ist, die einzelnen Kapitel dann immer abwechselnd von anderen Personen. So bekommt der Leser hautnah verschiedene Sichtweisen mit und es gibt immer kleine Cliffhanger. Ich musste das Buch einfach an einem Tag verschlingen, weil ich es nicht weglegen konnte. Aber nicht nur deshalb: Es gibt so viele unvorhersehbare Wendungen, dass ich mir mehrmals gedacht habe: "Das kann jetzt nicht sein!." In sich ist dann aber alles so schlüssig und logisch, dass es ein großes Ganzes ergibt.

Die Sprache an sich ist sehr nüchtern, Emotionen gibt es kaum. Dadurch werden die Ereignisse, die sich teilweise überschlagen, teilweise schon surreal. Es geht schließlich darum, dass ein Mord geplant wird, weil der Ehemann betrogen wurde. Eifersucht sucht man trotzdem vergeblich. Aber es ist nicht schlecht, denn die Verhaltensweisen, so nüchtern sie auch sind, passen nicht nur zum Handlungsverlauf, sondern auch zu den Personen.

Ted, der gehörnte Ehemann, tritt als Hauptperson schnell in den Hintergrund. Für mich war er beim Lesen eher Beiwerk. Da bietet Lily, die schöne Unbekannte vom Flughafen, einfach viel mehr Potential. Sie scheint absolut kein Gewissen zu haben und es ist erschreckend, aber genau das macht sie sympathisch. Sie ist absolut rational, nicht bösartig, aber trotzdem trifft sie Entscheidungen über Leben und Tod.

Wunderbar ist dann auch das Ende. Für den Leser bleiben keine Fragen offen, hier gibt es einen runden Abschluss. Aber trotzdem gibt es zum Schluss noch einen tollen Twist, der mich richtig begeistert hat.

Ihr habt gemerkt, das Buch konnte mich komplett überzeugen. Deswegen: Lange Rede, kurzer Sinn: 5 Sterne!

Eure

Kommentare:

  1. Hallo jasmin,
    mit "Die Gerechte" liebäugle ich schon seitdem das Buch erschienen ist und nun lese ich wieder so eine begeisterte Rezension....ui..ich denke, das Buch MUSS bei mir demnächst einziehen!
    Liebe Grüße
    Martina

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  2. Das klingt richtig geil! Genau solche Bücher liebe ich und ich habe das Buch sofort auf meine Wunschliste gesetzt. Sehr schöne und ausführliche Rezi. Liebe Grüße :)

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