Sonntag, 28. August 2016

Ein Abschied, Vier Freunde, Sieben Nächte: "Sieben Nächte in Tokio" von Cecilia Vinesse

Was würdest du tun, wenn du noch genau eine Woche Zeit hast, um dich von deinen Freunden und der Stadt, die du liebst, zu verabschieden? Ich glaube, ich würde in diesen sieben Tagen nochmal alles mit meinen Freunden machen, was wir gern gemacht haben oder Dinge, die wir immer aufgeschoben haben. Ich würde sicherlich weinen, aber auch lachen. Was würdest du tun?


 Darum geht's?
6 Tage und 20 Stunden bleiben Sophia noch in Tokio, der Stadt, in der sie seit vier Jahren lebt. Dann muss sie zurück in die USA und das pulsierende Tokio mit seiner Mischung aus Fremdheit und Vertrautheit, vor allem aber ihre besten Freunde Mika und David aufgeben. Ausgerechnet jetzt taucht Jamie Foster-Collins wieder auf - Sophias heimliche erste Liebe, der ihr damals das Herz gebrochen hat. Auf nichts hat Sophia weniger Lust als darauf, sich den Abschied durch Jamies Rückkehr zusätzlich erschweren zu lassen. Doch dann passiert genau das...
Klappentext


So hat's mir gefallen:
"Sieben Nächte in Tokio" ist für mich vor allem eins - eine Liebeserklräung an die Stadt. Bereits beim Lesen hatte ich das Gefühl, als ich später die Biografie der Autorin las wurde es mir klar. Sie liebt diese Stadt, in der sie selbst zur Schule gegangen ist, wie ihre Protagonistin Sophia.

Der Leser erlebt die Geschichte aus der Perspektive der 17-jährigen Sophia, die kurz davor steht ihr aktuelles Leben hinter sich zu lassen und gemeinsam mit ihrer Mutter, die als Professorin an einer Uni arbeitet, zurück in die USA zu gehen. Sophia ist ein sehr schüchterne und zaghafter Charakter, der während des Buches eine Wandlung durchmacht. Diese hat mir sehr gefallen. Ansonsten ist sie sehr liebenswert. Ein angenehmer Zeitgenosse kann man sagen. Auch beim Lesen war Sophia eine tolle Figur, die man begleitet. Ihre Freunde werden detailreich beschrieben. Neben den äußerlichen  Beschreibungen kann man aus ihren Handlungen sehr gut den Charakter hinter ihnen erkennen. So habe ich mehrmals im Buch meine Meinung über den einen oder anderen ihrer Freunde geändert. 

Dies zeugt vom sehr guten Schreibstil der Autorin, der nicht nur locker, ansprechend und jugendgemäß ist, sondern eben auch solche Feinheiten herausarbeitet. Zu Beginn tat ich mich ein wenig schwer mit den genannten Orten (wobei mir Shibuya bspw. ein Begriff war), Getränken, Kleidung, kurz um japanischen Begriffen. Obwohl ich befürchtete, dass dies meinem Lesegenuss im Weg stehen würde, kann ich getrost Entwarnung geben. Auch wer kein Japankenner ist, dem wird dieser Roman gefallen. 

Die Handlung ist zwar leicht vorhersehbar, aber einige Wendungen konnten mich dennoch überraschen. Alles in allem fand ich sie schlüssig und nachvollziehbar.

Fazit:
Ich stelle mir Tokio als lebhafte und pulsierende Stadt vor und genau das bringt der Roman rüber. Es hat mir wirklich riesen Spaß gemacht die letzten 7 Tage mit Sophia durch die Stadt zu reisen. Ich vergeb daher trotz kleiner Kritiken 5 von 5 Punkten und spreche für jeden eine Leseempfehlung aus, aber vor allem für jene, die Bücher mögen, die eine Liebeserklärung an eine Stadt sind.

Neugierig?
Seit Freitag gibt es das Buch als Hardcover (14,99€) und als eBook (12,99€) überall da, wo es Bücher gibt. Weitere Informationen findet ihr auf der Seite von dtv.


Kennt ihr Bücher, die dieses "Ich-liebe-diese-Stadt"-Gefühl vermitteln? Eins fällt mir noch ein: "Bevor die Nacht geht" von Patrycja Spychalski. Ansonsten bin ich auf eure Hilfe angewiesen :)

Eure Caro ♥

1 Kommentar:

  1. Hallo Caro,

    Danke für diese tolle Rezension. Das Buch würde mich reizen weil es in Tokio spielt und so wie du es beschrieben hast, stellt die Autorin Tokio auch sehr detailreich vor. Auch wenn einiges vorhersehbar ist, finde ich das in manchen Geschichten auch nicht so schlimm. Durch dich weiß ich worauf ich mich einlassen würde. Wenn man nur so viel Zeit hätte, für die vielen tollen Bücher!

    Liebe Grüße,
    Vanessa

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