Donnerstag, 21. Juli 2016

Herzschmerz mit "Mein Herz wird dich finden" von Jessi Kirby

Manchmal muss es einfach Herzschmerz sein. Ja, manchmal braucht man einfach Geschichten, die einem das Herz bluten lassen und bei denen man den Tränen nahe ist, wenn sie nicht sogar wirklich kommen. Ein dieser Bücher ist "Mein Herz wird dich finden" von Jessi Kirby.

Der Klappentext:
Eine Liebe, die tragisch endet.
Eine neue Liebe, die tragisch beginnt.
Ein Herz, das nicht aufhört zu lieben.
Und am Ende der Tränen: das Glück.

400 Tage ist es her. Vor 400 Tagen ist Mias gro0e Liebe bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Vor 400 Tagen hat Noah eine zweite Lebenschance bekommen. Als sie einander begegnen, spüren sie beide sofort, dass sie zusammen gehören.
Doch nur Mia weiß, dass Noah ihr niemals begegnen wollte. Dass sie gegen seinen ausdrücklichen Willen gehandelt hat, als sie sich auf die Suche nach ihm gemacht hat. Dass Noah niemals wissen wollte, wer vor 400 Tagen ums Leben gekommen ist. Weil es irgendwie nicht richtig ist, dass er weiterleben darf - nur weil jemand anderes gestorben ist. 
Doch für Mia ist es als wäre die Welt plötzlich wieder in Ordnung. Als wäre das Leben wieder bunt und schön. Und als hätte sie Noah nicht verschwiegen, dass sie einander nur begegnet sind, weil sie wissen wollte, wer der Mensch ist, der das Spenderherz ihres Freundes bekommen hat. Doch wie glücklich darf sie nach Jacobs Tod eigentlich sein? Und wann wird aus Schweigen ... Verrat?
Mia muss Noah erzählen, wer sie ist. Aber was bedroht ihre Liebe mehr? Eine Lüge - oder die Wahrheit?

Wie hat's mir gefallen?
Zugegeben. Der Klappentext verrät eigentlich schon mehr als die Hälfte des Buches. Wir erfahren was passiert und sogar Beweggründe der handelenden Figuren. Dies ist zwar in gewisser Weise schade, aber auch ohne das vorherige Kennen des Klappentextes wird im Buch schnell deutlich in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird. Oftmals ist dies für mich ein riesiger Kritikpunkt. Ich mag es einfach nicht, wenn ich bereits zu Beginn weiß, wohin die Reise gehen wird und mich absolut keine Überraschungen erwarten. Diesem Buch hat dies hinsichtlich dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch getan. Vielmehr möchte man in die Handlung hineinsteigen und Mia schütteln. Sie dazu bringen Noah die Wahrheit zu sagen. Und beiden ihrem Glück auf die Sprünge helfen. Man möchte zu Mia gehen, sie in den Arm nehmen und ihr sagen, dass sie nach vorne blicken soll.

Mia zählte die Tage seit Jacobs Tod und man merkt, dass sie ihn nicht vergessen kann. In Rückblenden wird uns erzählt wie die beiden sich kennen und lieben gelernt haben, wie Mia in den letzten 400 Tagen getrauert hat. Was sie unternommen hat, um ihm noch immer irgendwie nahe zu sein. Und das brach zumindest mir als Leser fast das Herz. Ich habe mit ihr gelitten. Dabei war sie nicht einmal ein Charakter der besonders detailreich gestaltet war. Sie blieb während der ganzen Geschichte für mich wie ein Schatten. Ein Schatten mit Herz. Ich habe noch nie mit einer Figur so dermaßen mitgefühlt, die eigentlich unvorstellbar für mich war. Noah hingegen hatte ich ganz klar und deutlich vor meinen Augen. Da die Geschichte aber aus Mias Sicht erzählt wird blieben seine Gedanken und Gefühle für mich unter Verschluss. Leider.

Besonders gut fand ich die Umsetzung der doch eher schwierigen Thematik der Organspende. Ich selber besitze einen Organspendeausweis und habe schon öfter darüber nachgedacht, wie es möglicherweise für meine Lieben ist, wenn sie wissen, dass mein Herz in einem anderen weiterschlägt. Ob es schwer ist, ob man froh ist, dass jemand anderes leben kann, obwohl die Person, die du liebst tot ist. Wir sehen Mia, die eben die Seite verkörpert über die ich nachgedacht habe. Will man wissen, wer leben kann? Was ist, wenn derjenige das vielleicht gar nicht verdient hat? Lebt mit dem Herz nicht vielleicht auch der Geliebte weiter? Aber wir haben dank Noah auch die Möglichkeit das Ganze von der anderen Seite zu betrachten. Wie lebt es sich mit der Gewissheit, dass man leben darf, aber ein anderer Mensch dafür gestorben ist? Es ist eine schwierige Thematik und dieses Buch geht damit sehr behutsam um.

Fazit:
Dieses Buch hat mich nicht durch seine Spannung, aber durch seine starken Gefühle überzeugt. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Ihr seid neugierig geworden?
Das Buch ist im Fischerverlag erschienen. Auf der Seite des Verlags findet ihr auch eine Leseprobe. Ihr habt die Wahl zwischen der Hardcoverausgabe für 16,99€ und der eBook-Version für 14,99€.

Ihr wollt selber Organspender werden? Ihr könnt euch an euren Arzt/eure Ärztin wenden. In den Praxen liegen meist Informationsmaterialien bereit und es gibt bereits ganz einfache Papierausweise. Ihr findet diese aber auch in Apotheken, könnt sie online bestellen oder den Ausweis einfach hier ausdrucken. Ganz unbürokratisch also.

Eure Caro♥

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