Freitag, 20. Mai 2016

Geschwisterliebe? "Morgen wirst du sterben" von Gina Mayer

"Was vergangen ist, ist nicht vergessen. Es kommt wieder. Es holt dich ein. Am 2. Juli wirst du bezahlen."

Auf jeden Fall hat mich der Klappentext des Buches neugierig gemacht, denn wie ihr wisst, kann ich nicht an einem guten Krimi vorbeigehen.
Würde es euch nicht auch eiskalt über den Rücken laufen, wenn ihr so eine SMS bzw. Mail bekommen würdet? So ergeht es den Protagonisten aus Gina Mayers Buch "Morgen wirst du sterben", schienen im Verlag Edition Oberkassel.

Worum es geht in Kürze


Die Geschwister Sophia und Moritz aus Düsseldorf, Schauspielschülerin Julie aus Hamburg und Jungunternehmer Philipp aus München sind vier junge Leute, die sich nicht kennen und die auf den ersten Blick nichts miteinander verbindet. Außer dass sie alle am 2. Juli sterben sollen, wenn es nach dem anonymen Verfasser der rätselhaften E-Mails geht, die sie empfangen haben … (Quelle)


Lesenswert? Auf jeden Fall!


Dieses Buch ist nicht unbedingt ein klassischer Krimi. Es gibt keine Leiche und kein Team von Mordermittlern, die einem Täter hinterher jagen. Aber keine Angst, deswegen ist das Buch nicht weniger spannend. Im Gegenteil: Gina Mayer nimmt ganz normale, junge Leute als Protagonisten. Sie sind wie du und ich. Aber sie sind nicht unfehlbar, sondern verbergen hinter ihrer Fassade unschöne Taten, die sie in ihrer Vergangenheit begangen haben. Werden sie jetzt eingeholt? Das darf und will ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten :) Aber ich möchte klar stellen, dass mir das besonders gut gefallen hat. Gina Mayer zeichnet ihre Protagonisten nicht nur schwarz oder weiß - zwar kann man mit ihnen sympathisieren, aber trotzdem bleibt ein kleiner Nachgeschmack, ob sie nicht doch eine Art Rache verdient hätten...

Die Geschichte wird aus den Perspektiven der vier Protagonisten Sophie, Moritz, Julie und Philipp erzählt. Darüber hinaus gibt es aber eine fünfte Person, die nicht genannt wird. Ihre Gedanken und ihre Vergangenheit werden zwischen den einzelnen Kapiteln eingeschoben. Als Leser rätselt man da natürlich mit, um wen es sich dabei handeln könnte. Durch diese Perspektivenwechseln und die unbekannte fünfte Person wird permanent die Spannung hochgehalten. Es gibt auch einige Mini-Cliffhanger zwischen den einzelnen Kapiteln, die ziemlich gemein sind und uns Leser eigentlich zum Weiterlesen zwingt - also habt ihr eine gute Ausrede für eine längere Lesezeit :)

Gut gefallen hat mir wie die Autorin es geschafft hat, dem Leser anfangs zahllose lose Enden vorzulegen. Zu Beginn ist nämlich ziemlich viel los und man hat keine Ahnung, wie das alles zusammenhängen könnte. Dann allerdings verbinden sich die losen Enden immer mehr miteinander, sodass ein stimmiges Bild entsteht, das glaubhaft ist und keine Fragen offen lässt. Ich liebe logische Lösungen am Ende eines Krimis.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm zu lesen. Wie bereits oben erwähnt, kann man das Buch kaum aus der Hand legen. Ich hatte es in zwei Abenden durchgelesen - wenn mir ein Stromausfall nicht das Licht genommen hätte, hätte ich wahrscheinlich die Nacht durchgemacht, nur um das Ende zu erfahren.

Mich konnte das Buch überzeugen. Kleine Abzüge gibt es für die Naivität einiger Protagonisten, die ab und zu mal ans Licht kam. Ansonsten aber eine klare Leseempfehlung: 4,5 von 5 Sternen!
Dieses Buch ist der Beweis, dass ein guter Krimi nicht immer eine Leiche braucht!

Falls ihr neugierig geworden seid, kommt ihr hier zur Leseprobe.

Und pssst: Schaut doch am Sonntag nochmal hier auf dem Blog oder auf unserer Facebook-Seite vorbei. Da gibt es eine kleine Überraschung passend zum Buch!

Natürlich will ich jetzt von euch wissen: Welchen Krimi empfehlt ihr mir? Welchen muss ich unbedingt noch lesen - egal ob blutig oder nicht?
Ich freue mich auf eure Kommentare!

Eure

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